Psychotherapie in Corona-Zeiten: In der Krise gemeinsam Stärke finden

Wir leben in wahrlich ungewöhnlichen Zeiten. Das Corona-Virus hält wortwörtlich die Welt in Atem, während Millionen Menschen auf der Welt dazu angehalten sind, Zuhause zu bleiben und das Ansteckungsrisiko für sich und ihre Mitmenschen zu mindern. Home Office, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit zwingen Menschen in neue Lebenssituationen. Kontaktsperren, Reiseverbote, Besuchseinschränkungen und Ausfälle sozialer Tätigkeiten und Veranstaltungen führen dazu, dass in der Krise viele Menschen allein sind und ihnen buchstäblich die “Decke auf den Kopf fällt”. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die ein höheres Risiko haben, an der Lungenkrankheit COVID-19 zu erkranken. Diese müssen besonders geschützt werden, was dazu führt, dass diese Bevölkerungsgruppe noch strenger auf den Kontakt zu anderen Menschen verzichten muss.

Klar ist: Diese Krise ist eine Belastungsprobe, die viele Menschen vor außergewöhnliche Herausforderungen stellt. Besonders diejenigen, die an psychischen Vorerkrankungen leiden und auf diese Lebensumstellung stark reagieren, brauchen in diesen Zeiten professionelle Hilfe. Psychotherapie ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je, gerade weil sonstige Bewältigungsmöglichkeiten (Familie, Freunde, Sport, Events, usw.) stark eingeschränkt sind oder vollständig wegfallen.

Wie Corona uns psychisch belasten kann

Es gibt durchaus Menschen, die in Zeiten von Lockdown, Quarantäne und Zuhausebleiben mehrere Gänge runterschalten können und ihr Leben mehr oder weniger problemlos neu sortieren. Viele begreifen diese Situation als Chance, grundsätzlich über das oft überfordernde Tempo unserer Leistungsgesellschaft nachzudenken. Menschen entdecken sich neu und horchen tiefer in sich hinein. Doch das ist beileibe nicht die Regel. Die Corona-Pandemie trifft jeden unterschiedlich hart. Es gibt viele Faktoren, die Stress und andere psychische Belastungen während der Krise hervorrufen oder sogar psyschische Erkrankungen verursachen können:

  • Angst vor Ansteckung: Die Angst, während einer Pandemie krank zu werden und sogar zu sterben, ist normalpsychologisch eine weit verbreitete Schutzreaktion. Diese Angstgefühle können in erhöhtem Maße allerdings krank machen. Das Einkaufen im Supermarkt und das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel werden zur Tortur, ein hustender Mensch kann panikartig den Fluchtinstinkt hervorrufen. Schon Passanten ohne Mund-Nasen-Schutz können Stress erzeugen. Diese Angstgefühle werden häufig auf andere Personen im selben Haushalt übertragen; so haben Eltern oft Angst, dass sich ihre Kinder oder die Großeltern als besonders gefährdete Personen, mit dem Coronavirus anstecken.
  • Soziale Isolierung: Die weitreichenden Kontaktbeschränkungen führen dazu, dass sich Menschen zwangsweise sozial isolieren. Vor allem Alleinstehende können Gefühle der Hilflosigkeit und des Freiheitsentzugs entwickeln, wenn sie rund um die Uhr allein Zuhause sind. Lebenspartner sind unter Umständen dazu gezwungen, getrennt voneinander zu leben. Familienmitglieder können nicht besucht werden. Für viele Menschen brechen soziale Stützen weg; Lethargie und Depressionen können sich entwickeln oder wieder auftauchen, wenn die betroffene Person in der Vergangenheit an einer oder mehreren psychischen Erkrankungen litt.
  • Zukunftsängste: Die Corona-Krise stellt Deutschland wirtschaftlich auf den Kopf - das lässt sich an vielen Einzelschicksalen beobachten. In besonders betroffenen Gewerben wie in der Gastronomie, in der Unterhaltung oder in der Tourismusbranche machen sich Zukunftsängste und Ungewissheit breit. Nicht nur beruflich kommt es zu Gefühlen wie Hilflosigkeit und Perspektivlosigkeit; auch im privaten Bereich kann sich Angst als psychische Belastungsstörung manifestieren. So entstehen aufgrund finanzieller Ungewissheit Zweifel, ob der eigene Lebensunterhalt und etwa die Versorgung der Familie sichergestellt sind.
  • Kinder/Familie: Viele Eltern sind in der Krise besonders herausgefordert. Sie müssen häufig Kinderbetreuung und Beruf unter einen Hut bringen - in den eigenen vier Wänden. Home Office und Kinder vertragen sich nur bedingt. Weil Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten teilweise oder vollständig geschlossen sind, entsteht eine Überreizung an Verantwortung, besonders wenn z.B. Betreuung bzw. Pflege älterer Menschen im Haushalt dazukommen. Betroffene haben es schwer, eine gute Work-Life-Balance zu finden. Diese psychische und physische Überlastung kann zu Depressionen, Stress und sogar Burnout führen.

Es ist mit Aufgabe der Psychotherapie, in Corona-Zeiten Stressfaktoren zu erkennen, Therapiekonzepte zu entwickeln und gemeinsam mit den Patienten Wege aus der ganz eigenen Lebenskrise zu finden. Die Rolle der Psychotherapeuten ist umso wichtiger, weil viele Menschen nicht denjenigen Aktivitäten nachgehen dürfen, die sie glücklich machen oder sonst als Bewältigungsmaßnahmen gegen vorhandene psychische Probleme oder gar eine Erkrankung dienen.

Corona & Psychotherapie: Frau mit Mundschutz

Nicht allein trotz “Social Distancing”: Ihr Psychotherapeut ist für Sie da

Die Corona-Pandemie verändert unser Leben grundlegend und ruft Phänomene hervor, die tiefe Einblicke in unsere Psyche geben: Hamsterkäufe und Verschwörungstheorien lassen unseren Glauben an die Vernunft ins Wanken bringen, während Missstände zwischen Personen im Haushalt in Form von gestörten Beziehungen und sogar häuslicher Gewalt vermehrt auftreten können. Die Faktoren, die während der Pandemie Menschen in eine psychische Krise stürzen können, sind breit gefächert. Umso wichtiger ist es, jeden Fall individuell zu bewerten. Psychotherapeuten helfen dabei, Bewältigungsstrategien und die geeignete Therapie zu konzipieren, damit Patienten diese Krise besser bewältigen können. Viele Konzepte meiner Verhaltenstherapie in Berlin helfen dabei, sich in diesem ungewöhnlichen Alltag zurechtzufinden.

Zwar ist eine erhöhte psychische Belastung während einer Krisenzeit durchaus “normal”, sie sollte aber keineswegs nur als Nebenerscheinung der Pandemie abgetan werden. Bestimmte Menschen sind anfälliger für Krisensituationen, werden krank und benötigen eine geeignete und begleitende psychotherapeutische Behandlung. Patienten, die mit Problemen der Pandemie sehr stark belastet sind, haben durch verhaltenstherapeutische Hilfen wieder einen guten Weg für sich finden können. Benötigen auch Sie Hilfe, so freue ich mich als erfahrener Psychotherapeut in Berlin, Sie in meiner Praxis begrüßen zu dürfen.

COVID-19: AKTUELLE HINWEISE ZUR PSYCHOTHERAPEUTISCHEN VERSORGUNG:

+++Meine Praxis ist für Sie regulär geöffnet +++
Sie können Ihre Termine weiterhin wahrnehmen oder sich als Neupatient/in bei mir melden.

In der Praxis:
Ich halte die derzeitigen Hygiene-Vorgaben ein und habe Vorkehrungen getroffen, um den empfohlenen Mindestabstand zu wahren.

Online-Therapie:
In der aktuellen Ausnahmesituation biete ich Ihnen außerdem die Möglichkeit, unsere Sitzung per Video-Telefonie durchzuführen. Die Video-Sitzungen sind von der kassenärztlichen Vereinigung genehmigt und dienen dazu, die Therapie von zu Hause aus zu ermöglichen – insbesondere unter diesen herausfordernden Umständen.

Ich bin für Sie da! Online und vor Ort in der Praxis.
Falls Sie zu den oben genannten Maßnahmen Fragen haben, nehmen Sie bitte Kontakt auf.

Bitte bleiben Sie gesund!
Ihr Dipl.-Psych. Herbert Marten